Missbrauchsfall in Gerolstein

Kaplan missbrauchte Anfang der 1960er Jahre einen Jugendlichen

GEROLSTEIN/TRIER. (Quelle: Bischöfliches Generalvikariat Trier) In Gerolstein hat es Anfang der 1960er Jahre einen Fall sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen durch den damaligen Kaplan gegeben. Das hat das Bistum Trier am 23. Februar mitgeteilt. Der Täter, der von 1962 bis 1965 Kaplan in Gerolstein, dann drei Jahre Kaplan in Trier-Kürenz, St. Bonifatius und von 1968 bis 1973 Pfarrer in Bettingen war, schied bereits 1973 auf eigenes Betreiben aus dem Priesteramt aus. Aufmerksam gemacht wurde das Bistum auf den Missbrauchsfall durch Hinweise, nach denen es an der zweiten Kaplansstelle in Trier-Kürenz zum sexuellen Missbrauch Jugendlicher durch den Kaplan gekommen sein soll.

Nach Angaben von Prälat Dr. Rainer Scherschel, Beauftragter des Bistums Trier für sexuellen Missbrauch, gibt die Aktenlage nur einen Hinweis auf sexuellen Missbrauch in Gerolstein. Aus diesem „Fall“ seien damals allerdings keine Konsequenzen gezogen worden. „Das war sicher ein schwerer Fehler“, räumt Scherschel ein. Der „Fall“ sei ihm erst bekannt geworden, als er vergangene Woche eine E-Mail erhalten habe, in dem ein ehemaliger Ministrant der Pfarrei St. Bonifatius in Trier-Kürenz, ihm mitgeteilt habe, dass er und mit ihm mindestens fünf Ministranten vom damaligen Kaplan sexuell missbraucht worden seien. Da alle damals beim Bistum Verantwortlichen inzwischen verstorben seien, habe auf dem Weg persönlicher Befragungen keine Klärung herbeigeführt werden können.

Der Bistumsbeauftragte macht deutlich, dass das Bistum Trier eine lückenlose Aufklärung möglicher Missbrauchsfälle wolle. Prälat Scherschel: „Wie schon der Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann es gesagt hat: Eine Verharmlosung oder ein Vertuschen darf es beim Thema Kindesmissbrauch nicht geben. Für Fehler diesbezüglich in der Vergangenheit können wir uns nur entschuldigen.“

Menschen, die im Bistum Trier Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester oder hauptamtliche Mitarbeiter der Kirche geworden sind, können sich wenden an den Beauftragten für sexuellen Missbrauch beim Bistum Trier, Prälat Dr. Rainer Scherschel. Er ist zu erreichen unter Tel.: 0651-7105-220, E-Mail: rainer.scherschel(at)bgv-trier.de

Kommentare

Kommentar hinzufügen